Whatsapp ist unsicher – aber unter Schülern unabkömmlich

Was gebe ich von mir und auch von anderen im Internet preis? Wie verhalte ich mich in einem Online-Chat?

Und wie ist ein sicheres Passwort aufgebaut? Alles Fragen, mit denen sich Schüler der Grund- und Mittelschule Chieming jüngst an einem Projekttag beschäftigten.

Unter dem Titel „Exzessiv und risikoreich oder sinnvoll und verantwortungsbewusst?“ unterstützt das Gesundheitsamt Traunstein diese medienpräventive Maßnahme organisatorisch und finanziell. „Kinder und Jugendliche bewegen sich wie selbstverständlich im Netz, keine technische Herausforderung ist ihnen zu schwer. Doch was hier häufig zu kurz kommt, ist das Thema Sicherheit im Netz“, so Danilo Dietsch, Geschäftsführer von „Q3“, die gemeinnützige medienpädagogische Institution mit Sitz in Traunstein hat sich der Medienbildung von Kindern und Jugendlichen verschrieben. „Sie wissen häufig gar nicht, wo Gefahren liegen können, sie sind sich dessen einfach nicht bewusst. Durch Schulungen können ihnen potentielle Konflikt- und Gefahrenquellen näher gebracht werden.“

 Angesprochen wurde auch die beliebte Nachrichten-App „Whatsapp“, die mittlerweile jeder Schüler auf seinem Smartphone hat – und mitunter exzessiv nutzt. Durch Gruppen-Unterhaltungen können das schnell mehrere hundert Nachrichten pro Tag sein. Aber abgesehen vom Zeitverlust wissen die Schüler meist nicht von der Sicherheitslücke der App. „Wer Whatsapp nutzt, dem muss klar sein, dass die Kontaktdaten auf seinem Smartphone ausgelesen werden“, so Danilo Dietsch. „Darauf wird immer wieder hingewiesen, aber dem wird keine Beachtung geschenkt.“ Hintergrund ist, dass sich die App mittlerweile so in der Gesellschaft etabliert hat, das niemand mehr an Alternativen denkt. „Eltern erzählen uns, dass ihre Kinder ohne Whatsapp die Termine vom Fußballtraining nicht erfahren“, erzählt der Medienpädagoge. Dabei gibt es mit Threema, SimsMe oder Telegram andere Messenger Apps die den aktuellen Datenschutz-Richtlinien besser entsprechen. Am Projekttag wurde klar, dass auch unter den Chieminger Schülern Whatsapp unabkömmlich ist. „Umso wichtiger ist es, mit dieser App keine persönlichen Daten zu teilen.“ 

Projekt Chieming1 Beim Spiel „Inside my world“, schlüpften die Schüler in verschiedene Rollen, um ein Online-Netzwerk nachzuahmen – allerdings schreiben sie dabei keine Nachrichten mit dem Computer, sondern handschriftlich auf Zettel. Sie erleben damit Chancen und Risiken, die bei der Nutzung von Online-Netzwerken auftreten können, im analogen Spiel. „Das ist ja krass“, formulierte es die zwölfjährige Isabella*, als sie am Projekttag mit Hilfe der Internetseite www.checkdeinpasswort.de herausfand, dass ihr E-Mail-Passwort innerhalb von 0,3 Sekunden geknackt werden kann. Ihr Klassenkamerad Elias* hat auch etwas gelernt und ist künftig sensibilisiert: „Wenn ich im Internet nach meiner Adresse gefragt werde, schaue ich erst einmal, ob ich den wirklich kenne, oder frage gleich meine Eltern.“ Alexander Fietz, der Schulleiter der Grund- und Mittelschule Chieming, findet es unabdingbar, dass die Kinder so selbstverständlich, wie sie die sozialen Medien kennenlernen, auch über deren Grenzen informiert sind. „ Es ist wichtig, dass die Schüler sensibilisiert werden. Sie können ihre eigene Persönlichkeit nur schützen, wenn sie auch wissen, welche Gefahren es im Internet gibt. Da gibt es nicht nur liebe Freunde."

(Pressemitteilung von Q3) 

*Namen wurden von der Redaktion geändert